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Mein Schichtwechsel

Vor ca 1.5 Jahren habe ich in diesem Beitrag etwas zum Thema Grundeinkommen geschrieben. Ein Thema das mir immer wieder über den Weg läuft und das ich mittlerweile immer mehr befürworte. Drüben bei Microsoft werden gerade Blogposts zum Thema #Schichtwechsel gesammelt.
Mein Weg vom Vollzeit Angestellten über den Vollzeit Freiberufler zum Teilzeit Angestellten hat mit den beiden Themen zu tun. Warum? ich habe es hier aufgeschrieben. Außerdem erzähle ich euch, was meine Teilzeitstelle mit Freiheit zu tun hat.

 

Freiheit

Das Grundeinkommen bedeutet für mich Freiheit.
Jeder Bürger bekommt Summe X€ jeden Monat, bedingungslos. Durch diese bedingungslose Zahlung erhoffe ich mir, dass z.B. soziale Berufe häufiger ausgeführt werden und mehr Menschen den Mut haben sich selbstständig zu machen oder eigene Herzensprojekte umzusetzen. Mehr zu den verschiedenen Ansätzen des Grundeinkommens weiß Wikipedia.

Wenn für das Grundeinkommen gesorgt ist, also die wichtigsten Dinge wie Miete und essen zumindest einigermaßen abgesichert sind, wird man freier in der Auswahl seiner Arbeit. Man arbeitet weniger weil man muss, sondern weil man will. Die Folge: Man sucht sich eine Arbeit, die einen zufrieden macht, die Spaß macht und die einen weiter entwickelt.

Diesen Ansatz habe ich mehr oder weniger schon immer so verfolgt. Ich wollte nicht arbeiten um zu überleben, sondern viele Dinge ausprobieren und mein Geld mit Themen verdienen, die mir Spaß machen.
Außerdem brauche ich Zeit um verschiedene Projekte umzusetzen. Eben nicht weil ich muss, sondern weil ich will.

 

Die Arbeitssituation

In den letzten zwei Jahren war meine Arbeitssituation sehr durchwachsen und unstet.

Nach einer Vollzeit Anstellung direkt nach der Ausbildung kamen die turbulenten Jahren der Vollzeit Selbstständigkeit von 2010 bis 2015.
Ende 2015, aus einer Unzufriedenheit heraus, dann wieder der Versuch einer neuen Vollzeit Anstellung.

Rückblickend wenig überraschend war es aber so, das ich nach fast sechs Jahren Selbstständigkeit nicht einfach so wieder in eine Vollzeitanstellung wechseln konnte. Außerdem war oben genannter Wunsch nach Freiheit und Abwechslung nicht möglich. Kurz gesagt: nach 4 Monaten habe ich innerhalb der Probezeit entschieden wieder zu kündigen.

 

Jay, Networking

Kurze Zeit nach meiner Kündigung hat mich mein Chef von früher angerufen. Bei ihm habe ich damals meine Ausbildung zum Fachinformatiker gemacht. Er wusste von meiner Unzufriedenheit und das Gespräch lief ungefähr so ab:

Er: „Hey, wie gehts?“
Ich: „Gut, ich hab grad gekündigt“
Er: „Passt ja wunderbar, hier sucht grad jemand einen Mitarbeiter in Teilzeit“

So kam es, das ich einige Zeit später im April 2016 eine neue Stelle in Teilzeit angefangen habe.

 

Der neue Job

Ich bin dort als „Mädchen für alles im Bereich Technik“ angestellt. Das fängt bei First-Level-Support für die Mitarbeiter an und hört bei Abstimmung der IT Beschaffung mit der Verwaltung auf. Alles was irgendwie mit Technik zu tun hat geht „über meinen Schreibtisch“.

Zugegeben war es Am Anfang auch nicht ganz leicht für mich, aber vieles hat gepasst und so habe ich mich durchgebissen und jetzt gefällt es mir sehr gut.

Die Arbeit dort ist abwechslungsreich und vielseitig. Außerdem kann ich durch die Gleit- und Teilzeit wunderbar nebenbei freiberuflich arbeiten.

 

Schön, aber was ist mit dem Grundeinkommen?

Durch die Anstellung in Teilzeit habe ich ein sicheres Grundeinkommen. Zwar nicht bedingungslos, denn ich muss dafür arbeiten, aber es funktioniert für mich, weil es mir Sicherheit gibt. So kann ich es mir erlauben, spannende Projekte wie z.B, aktuell das unityCamp umzusetzen und eben meine Tätigkeit als freiberuflicher Berater weiter auszubauen.

So habe ich mir durch die eigentlich per Definition unfreie Tätigkeit als Angstellter eine Situation geschafft, die mir wiederum viel Freiheit gibt und die vor allem auch noch Abwechlungsreich ist.

 

Fazit und persönlicher Tipp

Oft höre ich von anderen, das sie ihren Job hassen, den Chef doof finden und im Büro sowieso alles nur blöd ist. Aber warum tut man sich das an?
Quält euch bitte nicht in eine Arbeit, die euch keinen Spaß macht. Sucht euch etwas, das zu euch passt. Selbst wenn ihr dafür einen Schichtwechsel machen müsst.

Es klingt doof aber: Geld ist nicht alles. Wenn ihr etwas findet, bei dem ihr zwar weniger verdient aber dafür zufriedener seid: macht es.

 

 

Johannes

Hallo, ich bin Johannes. Dies ist meine Spielwiese für verschiedene Projekte, Bilder, Quatsch, Ideen und Gedanken zu denen ich manchmal auch Interviews geben darf.

Ein Gedanke zu „Mein Schichtwechsel

  1. Zum Grundeinkommen:

    Bundesweit wird meist ein BGE in Höhe von 1000 Euro diskutiert. Das hieße, dass nicht arbeitsfähige Menschen aus München wegziehen müssten, wenn alle Sozialleistungen gestrichen würden. Und genau das fordern ja manche Modelle, weil mit dem BGE angeblich für alles gesorgt wäre.

    Fun Fact: Als die Berliner Sozialpiraten vor Jahren ein BGE in Höhe von 440 Euro forderten, war das genau die Summe, die das Jobcenter München den Singles in ALG II als Miete zahlen durfte.

    Ich habe deswegen früher viel diskutiert, aber die Erfahrung gemacht, dass das in der Szene eher nicht erwünscht ist. Man will sich seine unverbindliche Vision von der besseren Welt nicht von Argumenten und kleinkarierten Zahlen verderben lassen. Das BGE ist eine Ersatzreligion mit Endzeithoffnung.

    (Korrekturversion, die andere ist für die Tonne, danke.)

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